| Schon von Weitem ist der Stadionsprecher zu hören: "Und als Nächstes kommt Felix Lotz von der Eintracht, das sind deine letzten 200 Meter." Ein Teilnehmer nach dem anderen läuft durch das Tor des Stadions im Neu-Isenburger Sportpark. Auf der Grünfläche stehen an diesem Sonntagvormittag rund 500 Fahrräder - so viele Teilnehmer hatten sich zum 5. Hugenotten-Duathlon angemeldet, der bereits Ende September ausgebucht war. Wer eine der begehrten Startnummern erhalten hat, darf 4,5 Kilometer laufen, 20 Kilometer Rad fahren und anschließend weitere vier Kilometer laufen. Für Jens Seidel (36) und Matthias Pfeiffer (32) aus Frankfurt eine große Herausforderung . "Das ist nichts Besonderes", sagt Seidel mit schweiß glänzendem Gesicht, "wir nehmen einmal im Monat an Wettbewerben teil." Dabei gehe es darum, sich anfeuern zu lassen, mit Gleichgesinnten Spaß zu haben und sich mit Freunden zu messen. Die Organisation des Laufs sei klasse, berichten die Freunde, und vor allem sei die Teilnahmegebühr mit 20 Euro eher gering. Und dafür gibt es noch ein Funktionsshirt als Geschenk dazu. |
Heute ist Seidel besser gelaufen als erwartet, sagte er - eine Stunde und 45 Minuten hatte er für den Duathlon angepeilt; 16 Minuten früher ist er durchs Ziel gekommen. Eine Traube Neugieriger versammelt sich schon vor den ersten Aushängen, der schnellste Teilnehmer hat die Aufgaben in einer Stunde und sechs Minuten bewältigt. Am Rande der Strecke steht eine Helferin und gießt Wasser in Becher; weitere Helfer schnappen sich diese und bieten sie den Läufern im Vorbeirennen an. "Manchmal kommt man gar nicht hinterher", weiß eine der guten Feen der Sportler. Rund 65 freiwillige Helfer unterstützen den Wettbewerb, den das Radteam 1980 und der Lauftreff aus Neu-Isenburg gemeinsam mit der Stadt organisiert haben. Zu diesen Helfern zählt auch Wolfgang Harling, der in neongelber Weste mit der Aufschrift "Staff" die Startnummern derjenigen entgegennimmt, die den Duathlon schon hinter sich gebracht haben. Die Startnummern haben auf der Rückseite einen Sender, so dass die Teilnehmer beim Endspurt elektronisch erfasst werden. "Bei dem schönen Wetter hätten wir das Schwimmbad noch aufmachen können – für einen Triathlon", scherzt Harling. Auch Alexandra Wycisk (35) und Sandra Gottscheck (36) laufen nun über die Zielgerade - schreiend, denn der Hugenotten-Duathlon ist der erste Lauf, an dem sie je teilgenommen haben. Trainiert hätten sie dafür eigentlich nicht - jedenfalls nicht genug, gesteht Gottscheck. "Das war anstrengend", schnauft Wycisk, "aber jetzt ist alles cool." Ein gemeinsamer Freund hatte sie zu der Teilnahme überredet.c "Man ist während des Laufs nicht alleine", sagt Wycisk "vor einem sind andere Läufer, die man noch kriegen will und auch die Streckenposten motivieren." Zur Motivation steht auch Doris Rößler auf der Tribüne. Mit einer Ratsche und einem Schild ("You are the very very bestl") gewappnet, wartet sie darauf, ihre Tochter und ihren Schwiegersohn in Empfang zu nehmen. |