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Laufen Untertage und in der Antarktis | | op-online.de | 18.04.09 | | Neu-Isenburg - (es) Andrea Helmuth und Kay Spamer betreiben zwar ein Hobby wie Millionen andere. Doch sie suchen darin die Herausforderung und das Außergewöhnliche. | 
| | Die Reise rund um den Antarctica-Marathon, der am 10. März auf King George Island über die Bühne ging, war für Andrea Helmuth und Kay Spamer das Erlebnis schlechthin. Foto: p | | Die 45-jährige gelernte Kauffrau und der 42-jährige Angestellte laufen leidenschaftlich gern - am liebsten aber bei ungewöhnlichen Rennen und an "abgedrehten" Orten. So lief der 42-Jährige bereits einen Marathon Untertage in Sondershausen, beide nahmen sie vor etwa drei Jahren am Bürohochhaus-Marathon in Nürnberg teil, und auch hinter Gittern - im Knast - rannte das Paar schon, das sich beim Lauftreff des Isenburger Tennisclubs kennen und lieben lernte. Laufen - Ausgleich und eine Art Sucht zugleich. | | Dabei fing alles ganz harmlos an. "Ende 2002 begann ich zu laufen", erinnert sich Andrea Helmuth, die, wie ihr Lebenspartner Kay Spamer, aus einer sportlichen Familie kommt und von Kindheit an viel Ausdauersport betrieben hat. "Ich begann mit acht Kilometerläufen und habe mich langsam gesteigert", berichtet die Frau, die als Geschäftsführungs-Assistentin arbeitet. "Langsam" bedeutet bei Andrea Helmuth, dass sie innerhalb weniger Monate so fit war, dass sie bereits im Frühjahr 2003 ihren ersten Marathon lief. Inzwischen hat das Paar weit mehr als 30 Marathonläufe hinter sich gebracht, startete bei drei Iron-Man in Frankfurt und trat bei etlichen Radrennen an. "Laufen ist für uns ein sehr guter Ausgleich", sagt Kay Spamer. Und immer sind sie zusammen unterwegs. | | Vorläufiges Highlight ihrer Passion war der "Antarctica"-Marathon auf King Georg Island am 10. März im Südpolarmeer unterhalb von Kap Hoorn. Klingt anstrengend, aber beide winken ab. "Das Training auf dem Feldberg war härter." Der Lauf, der auch "The Last Marathon" bezeichnet wird, weil er als letzter von sieben Kontinentalläufen gilt, war eine Etappe einer dreiwöchigen Urlaubsreise über die südlichen Shetlandinseln. | | Der Trip begann in Buenos Aires und führte sie und die anderen rund 200 Läufer per Forschungsschiff zu der Inselgruppe. "Wir hatten Spikes, Gamaschen und Gesichtsmasken dabei, aber die haben wir nicht gebraucht, weil's wärmer war, als wir gedacht hatten." Doch das war nicht immer so. "In einem Jahr konnte das Schiff, das die Läufer zur Insel bringt, nicht anlegen, da sind sie den Marathon an Bord gelaufen", weiß Kay Spamer. | | Zwar brachten die Boote sie zur Insel, wo die Isenburger eine knappe halbe Stunde nach der Landung schon starteten, doch verlief der Marathon nicht problemlos. | | So gab es für die rund 200 Läufer an den zwei Startpunkten nur jeweils eine Toilette. "Außerdem läuft man dort so ein bisschen wie durch einer Mondlandschaft", ulkt Andrea Helmuth. "Wir haben am Tag vorher schon nichts mehr getrunken und uns auch auf der Strecke aufs Nötigste beschränkt", berichten sie. Zudem mussten sie Tabletten gegen Seekrankheit schlucken, so dass sie sich "so gar nicht" in Form fühlten für diesen "sehr anstrengenden Lauf, der über 880 Höhenmeter führte." | | Obwohl die Umstände nicht optimal waren, möchte das Paar dieses Abenteuer nicht missen: "Die Reise war das Erlebnis schlechthin." Vom Laufen haben sie, wie sollte es anders sein, noch lange nicht genug. Morgen schnüren sie schon wieder die Schuhe und starten beim Weiltalweg Landschaftsmarathon. Nach dem Lauf auf King George Island haben sich Andrea Helmuth und Kay Spamer ein Ziel gesetzt: "Wir wollen auf jedem Kontinent mal gelaufen sein." | | | | zurück |
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